Die Angst Auto zu fahren wird nicht selten durch die automatisch negativen Gedanken der Individuen verursacht. Diese Gedanken können beängstigend und irrational sein.


So zum Beispiel die Sorge der Individuen, dass sie in den Gegenverkehr oder über eine Brücke zu fahren. Oder ihre Ängste fixieren sich auf ihren Herzschlag oder Schwindel.


Angst Auto zu fahren – Ursachenforschung und falsche Ratschläge

Diese Gedanken werden oft als die lästigsten Symptome von Angstgefühlen beschrieben und sie können die eigentlichen Auslöser für Panikattacken beim Autofahren sein.


Die Kontrolle dieser Gedanken ist entscheidend für den Erfolg bei der Beseitigung einer treibenden Phobie.


Es wird manchmal den betroffenen Personen empfohlen, ihre negativen Gedanken auszublenden.


Obwohl dies gut gemeint ist und das Ziel sicherlich darin besteht, die Quantität dieser lästigen Gedanken zu reduzieren, ist die Technik inhärent fehlerhaft.


Es ist als würde man Ihnen sagen: „Denke nicht an eine blaue Banane!“. Die erste Sache, an die Sie dann denken werden, ist eine blaue Banane. Der bloße Akt des Erinnerns erfordert immer den Gedanken, der vermieden werden soll.


Methoden, ein Stoppschild mental zu visualisieren oder mit einem Gummiband zu schnippen, um den Geist zu trainieren, ist leider eine oft eine vorgeschlagene Technik, die nicht empfehlenswert ist.


1. Strategie „Geplante Sorgenzeit“ zur Überwindung der Angst Auto zu fahren

Damit die Angst Auto zu fahren dauerhaft überwunden werden kann, ist die erfolgsversprechendste Strategie die der sogenannten „geplante Sorgenzeit“.


Die „Sorgenzeit“ ist eine individuelle in bestimmte Zeitabschnitte am Tag – typischerweise morgens und abends – festgelegte Zeit, um sich seinen eigenen „negativen“ Gedanken zu widmen.


Oft ist die Angst Auto zu fahren darin begründet, dass die betroffenen Personen Angst haben,  gefangen zu sein und somit nicht in der Lage sind, zu entkommen und die Kontrolle zu verlieren.


Mit der Lösungsstrategie „Geplante Sorgenzeit“  würde sich die Person zwingen, den Gedanken zweimal am Tag für einen vordefinierten Zeitraum zu durchdenken. Dabei werden zwei Absichten verfolgt.


Erstens wird der Gedanke daran weniger kraftvoll, da die Person uninteressiert wird, nachdem sie das Szenario wiederholt mental ausgespielt hat.


Zweitens lehrt die Technik, dass die Person in der Lage ist, ihre Sorgen bis zur festgelegten Zeit zu verschieben, was es ihnen schließlich ermöglichen kann, die Sorge auf unbestimmte Zeit zu verschieben.


Mit diesem Ansatz konnten im Zusammenhang  mit isolierten Ängsten oder spezifischen Antriebsängsten wie z.B. Angst vor dem Überqueren von Brücken während der Autofahrt mäßige Erfolge erzielt werden.


Für die allgemeine Angst vor dem Fahren gibt es zu viele angstvolle Gedanken, um diese Technik langfristig effektiv zu nutzen. Es fördert auch nicht die Akzeptanz und das Verständnis der für den Erfolg so wichtigen ängstlichen Gedanken und Empfindungen.


2. Strategie „Kreative Visualisierung“ als Angstauslöser und Angstbeseitiger

Die überwiegende Mehrheit der Personen, die irrationale, zwanghafte und unheimliche Gedanken haben, sind hochintelligente und kreative Menschen.


Viele der lästigen Gedanken, die sie haben, basieren nicht auf historischen Beweisen oder Tatsachen.  Sie haben wahrscheinlich nie so reagiert, wie sie befürchten, aber die Angst bleibt dennoch bestehen. Vielmehr wird die Angst Auto zu fahren durch ihre überaktive kreative Vorstellungskraft erzeugt.


Diese Fähigkeiten erlauben dem phobischen Menschen, Situationen im Kopf sehr überzeugend auszuleben und somit zu verewigen.  Das „Driving Fear“ -Programm, das sich auf die Behandlung von Phobien und Angststörungen spezialisiert hat, hat eine Technik entwickelt, die diese kreativen Fähigkeiten nutzt, um die lästigen Gedanken zu beseitigen, anstatt sie zu verewigen.